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Der Blick hinter einen Züchterzaun

Wir schreiben den 1. Dezember 2016 und ich kann es selbst nicht glauben, ich lebe jetzt schon sage und schreibe 10 Tage im Spreewald. Auf diesem Bild ist offensichtlich, dass ich nach knapp 600 km Anreise hier ziemlich platt gelandet bin.

Nun verrate ich euch gleich ein Geheimnis…so kaputt bin ich fast jeden Abend. Ihr glaubt nicht, wie spannend es auf solch einen Hof zugeht.

 

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Das fängt schon in der halben Nacht an. Früh um Vier holt mich mein neues Herrchen aus meiner Schlafkiste und stellt sich mit mir in dem Vorgarten. Dabei hat er über seinen Pyjama nur einen Bademantel. Das ist sowas von peinlich, dass ich immer in Windeseile piesele, anschließend in der Hecke noch schnell mein „großes Geschäft“ erledige und dann flotten Pfötchens wieder im Haus verschwinde, möglichst bevor der total eingemummelte Mann auf dem Fahrrad angefahren kommt, der hier die Tageszeitung in den Briefkasten steckt.

Kurze Zeit später rast Frauchen durch die Kante. Sie verschwindet mit Fleisch und Flocken in der Hundeküche und hantiert dort, als gäbe es den goldenen Kochlöffel zu gewinnen. Das Ergebnis kann sich aber echt sehen lassen und schmeckt total lecker. Allerdings bekomme ich davon immer nur eine Kelle in meinen Napf. Den Rest trägt sie in das kleine niedliche Häuschen mitten auf unseren Hof.

Obwohl ich sonst immer mit Frauchen überall mit darf, hier versperrt sie jedes Mal das Tor vor mir. So lang ich meinen Hals auch mache, aus welchem Winkel des Grundstückes ich auch Ausschau halte, ich konnte bisher einfach noch nicht erkennen, was Frauchen hier vor mir versteckt hält.

Bis vorgestern…

Diese Prozedur mit dem leckeren Fresschen macht sie nämlich mehrmals am Tag. Vorgestern war mittags dann richtig herrlicher Sonnenschein und da sperrte Frauchen auf einmal das Tor dieses Areals zur großen Wiese auf. Ich traute meinen Augen kaum… da kamen lauter kleine Fellknäule rausgelaufen. Die waren alle noch kleiner als ich. Alle rannten wie die kleinen Wiesel ihrer Mama hinterher. Mein Herz pocherte… ich fühlte mich plötzlich total heimisch. Genauso bin ich mit meinen Geschwistern immer unserer Mama in den Auslauf gefolgt.

Und nun kam der schönste Moment für mich. Frauchen ließ mich mit auf die Wiese. Wir haben eine halbe Stunde alle zusammen getobt und getollt. Wir haben Blätter und uns untereinander gejagt. Wir sind über Stock und Stein gerannt. Es hat riesig Spaß gemacht.

Dann schnappte mich Frauchen und trug mich wieder hinter den Zaun und die kleinen Racker rannten alle wie verabredet zu Ihrer Mama.

 

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Schaut selbst… es gab eine leckere Zwischenmahlzeit. Hier durfte ich leider nicht mehr dabei sein. Frauchen sagt, ich bin jetzt schon ein großes Mädchen und die Piezen wohl nicht mehr.
Schade… aber ich bekam zum Trost ein Stück leckeren getrockneten Pansen.

 

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Heute sieht das Wetter nicht so prickelnd aus. Es ist ziemlich nass und ungemütlich. Mal schauen was uns dieser Tag dennoch so beschert.

Bis morgen dann,
Eure Rapunzel.

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