Wer wird schon mit Leine geboren?

Man muss auch ein bisschen Glück haben im Leben. Bei manchen Dingen scheint es auch mich wirklich zu begleiten.
Viele Menschen schaffen sich einen Welpen an und denken… Hund und Leine…das gehört zusammen.
Stimmt ja in gewisser Weise auch.
Man macht uns die tollsten Halsbänder um den Kragen, rangiert uns unsagbar kompliziert in ein Hundegeschirr und klickt diese dann an eine Leine.
 


 

Und dann geht es los.
Der Hundebesitzer setzt sich meist mit Körper- und Blickrichtung nach hinten zum Hund in Bewegung…und…Hund staunt erstmal nur…
Nun schmeißt sich der Hundebesitzer unter Umständen fast auf den Boden, hampelt, zappelt und piepst in den höchsten Tönen um Hund, der inzwischen immer mehr verdattert, in Bewegung zu versetzen.
 


 

Dann ist da noch die Nummer mit dem Leckerchen…
Aahhh…
Geht doch…
Hundemenschen haben schließlich immer die Taschen voll. Warum also lange zögern. Holt es doch gleich raus. Für so ein leckeren Keks kommen wir euch natürlich auch entgegen. Lerneffekt…upsy…auch mit diesem Strick um den Hals kann man laufen. Na dann mal los.
 


 

Und nun beginnt schon ein bisschen das Übel aller Übel…Auf geht’s, lasst uns die Welt erobern.
Nun freut sich das Menschenherz. Schließlich hat man das kleine Fellknäul von seinen „Ängsten“ befreit.
Ruck zuck geht es nun voran und es dauert auch nur Momente, das sind wir mit diesen Leinen am Hals und den Menschen im Schlepptau gut unterwegs und erkunden neugierig und inzwischen auch völlig selbstständig die Welt.
Und die Hundemenschen sind glücklich, denn wir Hunde schnüffeln ein bisschen hier und kurz darauf da. So stellt man sich ein glückliches Hundeleben vor.
 


 

Ganz so leicht ist es dann aber doch nicht. Natürlich erkunden wir gerne unsere Umwelt.
Leider besteht in der heutigen Gesellschaft mit euch Menschen dazu im völligen Freilauf nur sehr begrenzt die Möglichkeit. Also müssen wir es von Beginn an lernen, dass ihr uns mit diesen Leinen durch das Leben führt.
Früher war alles besser, höre ich an solchen Stellen oft die Menschen sagen.
Naja…Ansichtssache.

Auf jeden Fall müssen wir natürlich erstmal lernen, solche Halsbänder, Geschirre und Leinen zu tragen.
Wie genau man uns daran gewöhnt, ist schon sehr individuell.
Viele Wege führen schließlich nach Rom.
Mein Frauchen sagt, es gibt hier nicht das wirkliche richtig oder falsch. Wichtig ist nur, uns viel Geduld dabei entgegenzubringen und diese Zeremonie möglichst positiv zu gestalten.
 


 

Schritt zwei ist dann das Laufen in dieser Anzugsordnung. Mein Tipp dazu…einfach gehen. Vorwärts gehen, mit Körper- und auch Blickrichtung immer langsam und ohne Rucken an der Leine vorwärts…
Ich habe mich hier am Anfang auch auf die Hinterpfötchen gestellt und mein Frauchen hat mich tatsächlich schon auch ein paar Meterchen hinter sich hergezogen. Ich habe jedoch schnell begriffen, ihre Richtung geht vorwärts und vorwärts ist cool.
Irgendwann hebt jeder von uns seinen Hintern und folgt seinem Menschen, wenn dieser unbeirrt in „gaaanz“ langsamen Schritten vorwärts läuft. Pfote drauf.
 


 

Soweit so gut…aber jetzt kommt erst das dicke Ende.
Sobald ich nämlich Frauchens Fußspitzen erreicht habe und trotz freundlichen „Blinken“ an ihr vorbei trudeln möchte gibt’s tatsächlich ein Stopp.
Hier kann ich jetzt alle Reserven ziehen…Anschleichen…Rennen…von links oder auch von rechts…Frauchen lässt mich einfach nicht an sich vorbei.
Schlimmer als die Polizei, kann ich euch sagen.
 

 

Nasenspitze und Schuhspitze sollte eine Linie ergeben, die nicht überschritten werden darf!


 

 

Inzwischen habe ich sogar verstanden, wozu diese Prozedur wichtig ist. In die Hundeschule kommen die Hundebesitzer nämlich oft zum Unterricht, um zu lernen, wie sie ihren Hunden dass ziehen an der Leine abgewöhnen.
Da fällt dann auch meist der bekannte Spruch…“Ohne Leine klappt alles bestens, da rennt der Hund auch nicht weg, guckt sogar nach seinen Menschen und bleibt stets in ihrer Nähe.

Ja Leute…wie schon erwähnt…na klar können wir ohne Leine laufen. Und wir sind Rudeltiere und orientieren uns schon auch automaisch an unserem Rudel, wenn es dann orientierungswert ist.
Mit Leine müssen wir lernen und wenn ihr uns dann an diesen komischen Dingern nicht führt, führen wir eben euch.

Übrigens keine Bange…auch ich darf wohl irgendwann ohne Leine mit Frauchen laufen. Allerdings erst, wenn alles mit Leine richtig und verlässlich klappt. Da hat Frauchen so ihre Prinzipien.
Irgendwie hat sie auch Null Bock mit mir zur Hundeschule zu gehen, um mir das Leine ziehen abzugewöhnen. Muss sie auch nicht…sie macht einfach von Beginn an mit mir alles richtig… 😉 und ich habe so richtig Glück gehabt…mit meinem Frauchen.

Heute ist zwar ein kalter aber wahrscheinlich wieder herrlich sonniger Tag. Das ist also das richtige Wetterchen für ein perfektes Leinentraining.
Ich muss dann schon mal meine Garnitur für heute zusammenstellen.
 


 

Bis morgen dann, Eure Rapunzel

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