Von „Freud“…und Leid…

Es sind wirklich die Gründe, weshalb ein Tier wie Jofie* mit so merkwürdiger Tiefe lieben kann,
die Zuneigung ohne Ambivalenz,
die Vereinfachung des Lebens von dem schwer erträglichen Konflikt mit der Kultur befreit,
die Schönheit einer sich vollendeten Existenz
und bei aller Fremdartigkeit der organischen Entwicklung noch das Gefühl einer innigen Verwandtschaft,
einer unbestimmten Zusammengehörigkeit.

Sigmund Freud an Maria Bonaparte

Mit diesen Zeilen outet sich der vermeintliche Tierverächter von einst als enthusiastischer Tierfreund.
Die benannte Jofie ist einer der Chow´s die Sigmund Freud besaß.
Er besaß einige Hunde mit völlig verschiedenen Charakteren und auch Lebensgeschichten.
Viele Erkenntnisse seiner Beobachtungen und Forschungen sind heute relevanter denn je.

Meinem Frauchen kommen diese und ähnliche philosophische Worte derzeit wieder öfter in den Sinn.
Bei unseren Zwergen kommt nämlich jetzt immer mehr Leben in die Welpenkiste und so heißt es in Kürze, dass die ersten Besuche für unsere Fellnasen starten. Es müssen die passenden Familien für jeden einzelnen Hund gefunden werden.
Frauchen empfindet dies nach wie vor als die schwierigste Aufgabe bei der ganzen Hundezucht.
 

 

Ja…wenn ich an manche Besucher des vergangenen Jahres so zurück denke, muss ich ihr hier sogar Recht geben. Das Zusammenkommen von Hund und Mensch ist immer mehr von vielen manchmal auch fragwürdigen Gedanken begleitet.
Nun gut, ich finde es als Vierbeiner natürlich wichtig, dass man sich auf einen Einzug von uns vorbereitet. Man sollte einen geeigneten Platz für uns haben, sollte uns vernünftig ernähren und gut versorgen können und man sollte auch das entsprechende Pensum an Zeit für uns zur Verfügung stellen können.
Wenn hier etwas fehlt, gestaltet sich die Anschaffung eines Hundes schon mal schwer.

Soweit so gut.
Wichtig finde ich auch, dass man sich innerhalb der Familie einig sein sollte, dass ein Hund mit in diesem Verband aufgenommen wird. Es ist sehr contra produktiv für die Entwicklung eines Hundes, wenn hier nicht alle an einem Strang ziehen.


Ist man sich über all dies bewusst, ist es eigentlich eine Entscheidung, die man für sich trifft, die man dann eigentlich auch will und somit eigentlich auch meistern kann.
Mein Frauchen sagt jedenfalls immer, was man wirklich will, schafft man auch.
Das besagt ja nicht, das es immer einfach ist.
Wenn man jedoch etwas wirklich innig möchte, bekommt man auch schwierige Situationen gestemmt.

Was denkt ihr, wie lange ich manchmal einem Knochen, den ein anderer von unserem Rudel gerade benagt, fixieren und anstarren muss, bis der endlich dann für mich frei wird… 😉
Ihr denkt, dass ist ein anderes Thema…na darüber lässt sich streiten.

Aber weiter…Nun haben wir ihn, den Welpeninteressenten…
Er hat sich über alles Gedanken gemacht und möchte jetzt gerne einen Hund.
Könnte jetzt eigentlich einfach sein, denkt man.
Welpenkäufer will… Hundezüchter hat…also schauen ob alles passt…
Sprich…gefällt mir die Aufzucht der Hunde, gebe ich an dieser Stelle das Geld aus, um mir den Hund, den ich möchte zu kaufen und gibt der Züchter diesem Interessenten den Hund, weil er einen möchte und auch weiß, wie er solch einen Hund aufzuziehen und zu halten hat.
Klingt einfach und nach einem simplen Geschäft, ist es in gewisser Weise auch.

Aber… kennt ihr Menschen!!!
Das sind diese Individuen, die alles kompliziert machen müssen.
Ja echt…das muss man erleben.
Das geht schon los bei einem Termin.
Oh, wann können die Welpen ausziehen???
Ohje…da geht’s gerade nicht, da haben wir danach noch 14 Tage Urlaub. Da fliegen wir hin, dass ist mit Hund nicht möglich und solch einen kleinen Welpen kann man ja dann nicht gleich in eine Urlaubsbetreuung geben. Da bekommt der ja einen Schock für´s Leben.
Wann gibt’s denn die nächsten Welpen?

Oder…
Hallo, wir haben dieses Jahr vom 1. August an 4 Wochen Ferien, also frei und ganz viel Zeit.
Haben sie da Welpen zur Abgabe?
Achso, die sind schon geboren und am 1. August dann schon 11 Wochen.
Ach nee, dass wollen wir dann nicht. Die sind ja schon so alt und schon so geprägt.
Wir möchten den Welpen von Beginn an, also von der 8. Woche.
Dann können wir den so erziehen, wie wir ihn haben wollen.

Nun gut…lassen wir das…
Es gibt ja noch die total lockeren Interessenten, die lassen sich einfach auf das Abenteuer Hund ein und sagen…
Jetzt oder nie…
Den richtigen Zeitpunkt gibt´s eh nie.
Super oder? Manche nennen es unüberlegt.

Hier gibt’s dann den ersten Besuch vor Ort…
Das nächste Abenteuer beginnt. Echt spannend…und beeindruckend…und lehrreich.
Da gibt es dann nämlich die super Entscheidungsfreudigen.
Welcher Welpe soll es denn nun sein.
Wir habe gerade 5 Rüden zur Auswahl.
 

 

Schau der, der ist so süß… Nee, guck mal der ist viel niedlicher.
Aber der, der kam gleich auf mich zu. Das kleine Fellknäul dahinten schläft aber so entspannt, dass ist bestimmt später ein ganz ruhiger Hund.
 

 
Ihr glaubt nicht, wie schwer einem die Qual der Wahl sein kann, wenn man von 5 kleinen Rüden einen aussuchen muss.
Und es kann dauern…Stundenlang…
Da ist Wetter egal (Diese Interessenten fragen später: Darf der Hund auch bei jedem Wetter raus?)
Da ist Zeit egal (Diese Interessenten fragen später: Wieviel Zeit muss ich denn täglich für meinen Hund aufbringen?)
Da ist Hunger egal ( Diese Interessenten fragen später: Zu welchen Zeiten genau gebe ich meinem Hund denn was zu futtern)
Das sind nur kleine Beispiele von einer unendlichen Liste.

Bitte versteht jetzt hier nichts falsch. Mein Frauchen nimmt sich alle Zeit für Welpeninteressenten, die sich einen Hund anschaffen wollen und natürlich auch ganz viele Fragen vorher abklären möchten.
Dazu ist ein Züchter ja auch Züchter und gibt seine Erfahrungen gerne weiter.
Es liegt auch in seinem Interesse, dass ein Umzug in ein neues Heim so komplikationsfrei wie möglich verläuft.

Dennoch muss man sich manchmal tatsächlich vor Augen halten, dass auch wir Hunde Lebewesen sind.
Leben heißt jedoch auch leben und ist immer auch voller Überraschungen.
Man kann nicht alles im Leben planen.
Man kann sich organisieren. Man kann natürlich vorsorgen…manchmal kommt aber auch alles anders als man denkt.

Jetzt kommt nämlich von unseren Welpeninteressenten die nächste Frage.
Denken sie, dass dieser Hunde zu uns passt?
Oder…
Welchen Hund würden sie uns denn empfehlen, welcher passt zu uns?

Alle unsere Welpeninteressenten haben nur einen Wunsch. Sie möchten alles richtig machen. Sie werden genau mit diesen Fragen auf die Anschaffung eines Hundes in allen Medien vorbereitet.
Aber was ist richtig? Wie zum Teufel kann man alles richtig machen?
Frauchen sagt immer, Stolpern und Hinfallen gehört zum richtig Laufen lernen.

Schauen wir in die Welpenkiste.
Hier liegen sie, die kleinen „Rohdiamanten“.
Noch völlig frei von guten oder schlechten Erfahrungen.
Ausgestattet mit dem Genmaterial ihrer Eltern, die man sowohl optisch als auch charakterlich bei seinen Besuchen kennenlernen können sollte. Und nun sind sie als Welpenkäufer einfach gefragt.
Wollen sie einen Hund?
Wollen sie hier einen Hund erwerben?
Finden sie die Eltertiere okay?
Finden sie die Aufzucht der Welpen okay?

4 x ja…na dann geht´s los mit dem Abenteuer Hund.
Fragen sie den Züchter, ob er ihnen einen Welpen anvertraut.
Treffen sie die Wahl…kurz und einfach auch etwas emotionslos…und dann geht’s los.
Sie schaffen sich ihren Hund!
Sie formen ihren Hund!
Sie er- oder verziehen ihren Hund!
Sie machen aus dem Rohdiamanten einen funkelnden Edelstein.
 

 

Natürlich muss man dabei auf die unterschiedlichen sich jetzt entwickelnden Charaktere eines jeden einzelnen Hundes eingehen. Genau wie bei jeden Individuum. Fragt Euch Menschen doch mal:
Wer bitte hat uns denn den passenden Partner ausgesucht?
Wer bitte hat uns denn die passenden Kinder beschert?
Wer bitte hat uns denn unsere passenden Freunde zugeteilt.

Jeder Hund ist das Spiegelbild seiner Besitzer.
.
Was nicht passt, wird passend gemacht oder verändert. Soweit wieder der Spruch von meinem Frauchen dazu. Im Leben ist alles auch veränderbar.
 

 

Wir Hunde aber sind doch auch das lebende Beispiel für eine unbeschreibliche Anpassungsfähigkeit an das Leben.
Wer also mit uns Vierbeinern eine Bund für das Leben eingehen will, sollte sich einfach auch ein Stück weit fallen lassen und ganz einfach sagen:

Ja…ich will!

In diesem Sinne in freudiger Erwartung der Besuche unserer künftigen Welpenbesitzer einen lieben Gruß aus unserer Welpenstube
Bis morgen dann, Eure Rapunzel

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