Von Wach(en) Hunden…

So…
Weihnachten ist nun schon wieder vorbei.
Noch 5 Tage und das alte Jahr hat es auch geschafft.
Keine Sorge, es wird nur abgelöst. Es kommt ein Neues.
Das ist manchmal auch bei uns Hunden so.

Da gab es bei den Besuchen unserer Welpis gerade wieder eine sehr „lustige“ Geschichte, die ich euch erzählen muss.
Wie ihr ja wisst, haben wir gerade zuckersüße Golden Tolling Retriever Welpen.
Hey… lacht nicht…ich bin tatsächlich schockverliebt. Schaut doch selbst, wie niedlich sie mit ihren 4 Wochen hier rumtapsen.

Inzwischen stellen sich hier nun täglich „Bewerber“ vor, die sich meistens schon lange super verantwortungsbewusst mit dem Thema Hund beschäftigt haben und nun solch ein Fellknäul zu sich nach Hause holen wollen.
Frauchen nimmt sich hier ganz bewusst besonders viel Zeit und hinterfragt natürlich auch die Beweggründe der Anschaffung eines Hundes. Das ist keinerlei Bewertung. Mein Frauchen betont sogar immer wieder, dass irgendwie alle Gründe auch durchaus legitim sind.
Man muss eigentlich nur zusätzlich auch überlegen, ob der Hund von der Rasse und vom Typ her auch tatsächlich passend ist.
Hier liegt bei der heutigen Geschichte genau der Hund begraben.

Unsere Besucherfamilie hatte bereits einen Hund. Sie haben eine Firma mit viel Publikumsverkehr. Das Grundstück dieser Firma wurde bisher von einem Rotweiler z.B. auch nachts ohne die Anwesenheit der Menschen bewacht. Alles war schick. Dieser Hund wurde alt, er starb, ein neuer Hund musste her. Diesmal war es ein Labrador, denn wie man doch als kleinen Mangel feststellen konnte, trauten sich bei dem Rotweiler so manche tatsächlich gewollten Kunden nicht wirklich auf den Hof. Viele hatten einfach Angst vor diesem beeindruckenden, obgleich harmlosen Hund.

Der Labrador trägt nun bekanntlich ein Schild mit der Aufschrift „menschenfreundlich“ mit sich rum. Gerade als Welpe ist er eher Magnet für alle Besucher und natürlich auch Kunden solch einer Firma. Für die Aufgabe als Wachhund ist diese Rasse tatsächlich genauso geeignet, wie ein Rasenmäher zum Heckeschneiden, obwohl doch beides Gartengeräte sind.

Unsere Besucherfamilie hat dies jedoch bis heute noch nicht verstanden. Auch dieser neue Hund wurde mit der Ambition angeschafft, das Grundstück der Firma zu bewachen.
Ja…auch nachts alleine.
Die vielen Kapriolen, die sich dieser schlauen Hund während der alleinigen Aufenthalte auf dem Grundstück ausgedacht hat, kann ich euch hier wirklich nicht alle aufzählen. Das würde den schlichtweg unseren Rahmen hier sprengen. Ich kann euch nur soviel verraten. Von der Umgestaltung der Bepflanzung dieses Grundstückes, über heute noch vermisste Gegenstände, die dieser Hund irgendwo verbuddelt hat, bis zu demolierten Fahrzeugen und zerstörten Grundstücksbegrenzungen war hier alles dabei. Der Einfallsreichtum zwecks Erhaschen der Aufmerksamkeit war somit tatsächlich rassetypisch Labrador.

Dabei kam es durchaus auch zu total gefährlichen Situationen. Einmal kam Rocky wohl seinem Herrchen früh morgens mit der Kette eines Fahrrads um den Hals entgegen. Stellt euch das jetzt nicht nur lustig vor, denn an dieser Kette hing völlig verbeult irgendwie noch das ganze Fahrrad dran. Rocky kämpfte mit diesem scheinbar schon seit Stunden. Ihm war dieses Accessoire offensichtlich selber unheimlich.
Ich will mir gar nicht vorstellen, was diesem Hund in diesem Zustand alles passieren hätte können.
Der Kommentar von den Besitzern dazu.
Dieser Hund war einfach zu blöd zum bewachen unseres Grundstücks.

Ja genau…ich sag auch „zu blöd“…fragt sich nur noch wer.
Sorry…aber das musste ich ja nun auch mal loswerden.
Natürlich kam tatsächlich irgendwann auch das, was jetzt noch kommen musste. In der Firma wurde eingebrochen. Rocky hat hier nichts verhindert. Wie ich uns Retriever so kenne, hat er sich wahrscheinlich über diesen nächtlichen Besuch sogar gefreut. Schließlich bringt sowas Abwechslung in den Alltag.

Der Moment war gereift. Rocky musste weg. Er wurde an eine andere Familie abgegeben, vielleicht sein größtes Glück auf Erden. Unsere Besucherfamilie hatte zumindest verstanden, dass Rocky kein Wachhund ist und auch nie wirklich einer wird. Das diese Eigenschaft auf alle Retrieverrassen zutrifft, ist ihnen dennoch nicht klar.
Man hat nun etwas von einem „Toller“ gehört. Sie verbellen wohl alles lautstark, was fremd ist.
Und es kommt noch besser. Hier auf dem Retrieverhof wurde man fündig mit der Kreuzung des Tollers mit einem Golden. Also sind diese Hunde ja dann wieder größer und stattlicher. Sowas eignet sich bestimmt als Wachhund.

Ich kann euch tatsächlich gar nicht die Gesichtszüge beschreiben, die mein Frauchen bei dieser Info an sich hatte.
Sie könnte mit dieser Mimik zumindest jeden noch so perfekten Wachhund ersetzen.
Nun gut…ich habe diese Familie wachhundmäßig vom Hof verbellt und mein Frauchen mit liebkosendem Schlabbern über das Gesicht wieder zu Leben erweckt.
Die Besuche für unsere „Zuckerstückchen“ gehen weiter. Dabei finden wir auch wieder die passenden Familien für unsere Fellknäule.

Schaut doch selbst…sie sind doch einfach nur süß…oder.
Und das auch ohne Ausbildung zum Wachhund.
Stürzen wir uns also auch heute wieder in ein neues Abenteuer und nutzen diesen wundervollen Tag, bevor das alte Jahr endgültig zur Neige geht.

Bis morgen dann, Eure Rapunzel

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