Silvester kommt…

Das Jahr 2017 neigt sich nun rasant dem Ende zu. Man kann sagen, es wird im wahrsten Sinne des Wortes abgeschossen. Wo man geht und steht wird zum Jahreswechsel geknallt und es gibt allerorts jede Menge Feuerwerke. Hier auf dem Retrieverhof gibt es seit vielen Jahren die Silvesterparty ohne diese Zeremonie. Bei uns wird weder geknallt noch werden Raketen in die Luft gejagt. Unsere Pension ist gerade an diesem Tag auch immer gut besucht. Hundebesitzer die an einer Party zum Jahreswechsel teilnehmen, möchten ihre Hunde gerade bei der vielen Knallerei ungern alleine zu Hause lassen. Bei uns sind sie währenddessen in guter Gesellschaft.
 

 

Es gibt erfahrungsgemäß tatsächlich die unterschiedlichsten Reaktionen von Hunden auf solche Knallereien. Man kann sich das als Mensch manchmal gar nicht vorstellen. Bekanntlich haben aber Hunde ein wesentliche besseres Gehör. Es gibt Hunde, den steigt sogar alleine der Geruch des Schwarzpulvers der gesamten Pyrotechnik im wahrsten Sinne des Wortes in die Nase und bewirkt panische Zustände.

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat mein Frauchen wohl noch felsenfest die Meinung vertreten, diese Silvesterangst beim Hund ist eine durch den Menschen forcierte Reaktion von uns Fellnasen. Sie konnte oft beobachten, dass der Hund durch einen Knall erschrickt und nun seine Besitzer wortreich auf ihn einwirken, um ihn angeblich zu beruhigen.
 

 

Inzwischen weiß sie aus eigener Erfahrung, das dem nicht ganz so und die menschliche Verstärkung dieser Angst und Panik nur die halbe Wahrheit ist. Es gibt tatsächlich Hunde mit panischer Angst und die kann auch richtig unangenehm bis gefährlich sein. Diese Hunde reagieren teilwiese so unkontrolliert, dass sie damit sogar sich selbst völlig unbewusst in arge Gefahr bringen. Ich spreche hier jetzt nicht von dem Hund, der einfach ein bisschen zitternd während solcher Knallereien unter dem Tisch verharrt.

Solche Hunde rennen z.B. manchmal panisch los, auch vor ein Auto. Oder sie springen irgendwo rauf und runter, was zu einer Gefahr führt. Auch werden Wohnungen in solchen Phasen so demoliert, dass es zu der Problematik kommt, dass der Hund von Möbelstücken oder Gardinenstangen erschlagen wird.
 

 

Früher wurde oft propagandiert, jede Art von Angst beim Hund einfach zu ignorieren. Mein Frauchen rät davon inzwischen strikt ab. Sie setzt hier jetzt eher auf Beruhigung durch einfache Nähe. Diese Hunde werden bei uns nicht zugetextet. Man versucht auch nicht, sie aus ihren Verstecken zu locken, um sie zu trösten. Hier sind die Menschen einfach nur da und wer die Nähe und den Schutz bei den Zweibeinern sucht, bekommt sie auch. Genau dann wird gestreichelt oder auch einfach nur das Anlehnen geduldet. Manchen Hunden reicht das Liegen auf dem Fuß schon als Beruhigung.
 

 

Voriges Jahr Silvester gab es bei uns übrigens ein sehr lustiges Bild diesbezüglich. Leider hat dies keiner mit der Kamera festgehalten. Schade eigentlich. Das wäre ja mal ein echter „Knaller“ gewesen.
Mitternacht war lange vorbei. Das Feuer, was wir an Silvester hier auf dem Hof immer anzünden und an dem sich die Menschen dann mit Glühwein wärmen und auch fröhlich für das Neue Jahr stimmen und was auch auf alle Hunde irgendwie immer eine sehr beruhigende Ausstrahlung hat, war längst verloschen. In unserem kleinen Örtchen, in dem sowieso lange nicht so viel Knallerei stattfindet, wie in den Städten, kehrte langsam Totenstille ein. Alle schienen bereits schlafend in ihren Betten zu liegen. So auch mein Frauchen und Herrchen. Der Retrieverhof lag nach dieser langen Nacht bereits im tiefen Dornröschenschlaf.
 

Plötzlich…Zischen…Knall… und Peng…
Da war doch noch eine Rakete irgendwo übrig, die jetzt wahrscheinlich das Neue Jahr statt dem auch noch schlafenden Hahn begrüßen sollte.
Mit einem super athletischen Sprung wechselte unsere Silvesterangsthase Bianca ihre Schlafstellung. Sie lag als doch ziemlich großer Hund plötzlich auf der Besucherritze zwischen meinen Leuten. Ein wahres Bild für die Götter…Drei riesengroße Wesen in einem normalen Doppelbett… 😉

Frauchen wurde von dieser Landung neben sich natürlich wach und versuchte krampfhaft, das schwarze Felltier aus dem Bett zu bewegen. Keine Chance…Bianca lag schwer wie ein Stein und wie ein Brett angenagelt mitten im im Schlafgemach unserer Zweibeiner. Ich will hier noch mal erwähnen, dass es in diesem Hause „eigentlich“ keine Hunde im Bett gibt.
Genau dieses eigentlich wurde an diesem Morgen gebrochen. Frauchen schaffte es einfach nicht, diesen Hund aus dem Bett zu bewegen. Herrchen schlief völlig ungestört weiter. Irgendwann hatte dann auch Frauchen irgendwie keine Lust mehr auf einen Kampf mit dieser sturen Fellnase. So schliefen alle 3 bis zum Aufstehen Arm in Arm in diesem Bett. Frauchen stand früh dann etwas verbogen auf, weil sie aus Platzmangel doch wohl etwas unbequem lag. Doch was macht man nicht alles für seine Hunde.
 

 

Ja…so findet auch Silvester jeder seinen Ruhepool. Ich persönlich verkrieche mich gerne in einer unserer Hundeboxen. Hier fühle ich mich sicher. Ich bin bei Aufregung nicht so der Menschenkuscheltyp. So ist auch in diesem Punkt wirklich jeder Hund anders.

Eine große Bitte habe ich an dieser Stelle noch. Oft werden wird mein Frauchen gefragt, wie sie denn die ganzen Hunde zu Silvester so ruhig bekommt. Es besteht hier oft der Gedanke, dass dies durch die immer noch oft angewendete Gabe von Phsychopharmaka während der Silvesternacht gehändelt wird. Das ist nicht an dem und ich persönlich finde es auch wirklich gut so.

Bitte verschont auch ihr eure Fellnasen möglichst davor. Die Gabe von solchen Mitteln bewirkt nur, dass wir Hunde nicht mehr entsprechend reagieren können. Wir werden also damit einfach nur in abgeschwächter Form sediert. Die Angst wird uns damit nicht genommen.
Hierbei sollte man die Erfahrungen, die jeder Hund jetzt macht mit berücksichtigen. Versetzt euch einfach mal in die Lage, ihr habt Angst und könnt körperlich nichts mehr dagegen tun. Ihr könnt euch nicht zurückziehen, ihr könnt euch nicht verstecken, ihr könnt der scheinbaren Gefahr einfach nicht mehr aus dem Weg gehen…usw. Ein echter Graus, oder?
 

 

Für die oben genannten wirklich panischen Fälle haben wir bei uns die passenden Unterkünfte. In einem Raum, in dem außer einer Hütte, einem Kennel oder einem Hundebett nichts weiter steht und wo man auch durch Fenster und Türen nicht ausbrechen kann, ist solch ein Hund sicher untergebracht. Auch er erfährt natürlich immer wieder Zuneigung und bei Bedarf Kontakt mit unseren Menschen. So klappt es dann auch mit der Silvesterangst.
 

Nun werde ich mal schauen, wen wir dieses Jahr so alles als Silvesterpartygäste bei uns haben. Schließlich soll so ein Jahreswechsle ja allen auch Spaß machen.
Euch wünsche ich einen schönen Tag. Vielleicht könnt ihr eure Besitzer ja sogar davon überzeugen, dass weniger oft mehr ist und man dieses Jahr nur ganz wenig knallt. Das ist dann z.B. gleichzeitig auch eine Möglichkeit, das ganze gesparte Geld was sonst so an Silvester so verballert wird, einem guten Zweck zuzuführen.
Wie wäre es mit einer Futterspende für Tierheime oder sonstige Unterstützung an bedürftige Vierbeiner.

Auch wir haben z.B. in unserem Verein, der KGD ständig Projekte, die immer Unterstützung brauchen.
Unsere auch für 2018 wieder geplanten Projekt sind toll, sind aber immer erst ein Plan auf der einen Seite, der dann die Durchführung folgen muss um sie zu realisieren. Oftmals steht und fällt hier vieles tatsächlich auch mit den entsprechenden Finanzierungen.
Wer hier mehr erfahren oder tatsächlich auch z.B. unser Projekt Schnauzenhilfe unterstützen möchte findet uns hier mit einem Klick auf

Jeder Hund hat ein schönes zu Haus verdient.

Wir können jede Unterstützung gebrauchen und freuen uns über jeden, der dabei mitmacht.

Bis morgen dann, Eure Rapunzel

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