Oh es riecht gut…

Das kann man in der Weihnachtszeit fast an jeder Ecke feststellen. Es wird gebacken, gekocht und gebrutzelt. Fastfood wird von traditionellen Gerichten in die Ecke gestellt. Jede Menge Rezepte werden ausprobiert und getauscht. Typische weihnachtliche Gewürze wie zum Zimt, Sternanis und Kardamom aktivieren die menschlichen Sinne und lassen auch in den Stuben erkennen, welche Jahreszeit draußen herrscht.
Damit kann man schon deutlich erkennen, was 10000 verschieden Gerüche bewirken , die ihr als Mensch unterscheiden könnt.
 

 
Wir Hunde sind dem weit überlegen. Das wundert euch jetzt nicht, stimmt’s.
Ich sage es doch immer wieder, wir Hunde sind einfach die besseren Menschen.
Mein Frauchen bekommt z.B. heute immer noch das Grübeln wie es sein könnte, dass unsere Tollerstammhündin aus der allerletzten Ecke erkennen konnte, dass Käse auf dem Allesschneider geschnitten würde.
Ohne Quatsch, hier wurde Brot, Wurst und duftender Schinken geschnitten und auch Gemüse in Scheiben zubereitet. Alles das hat diese Hündin wohl nie interessiert. Würde Käse nur aus dem Kühlschrank genommen, stand sie aus 2 Zimmern weiter auf und hat sich neben den Küchenschrank mit dem Allesschneider gesetzt.
Den dabei aufgesetzten Blick kennt wohl jeder Hundebesitzer und das Ergebnis dieser Aktion ist sicher auch kein Geheimniss.
 

 
Die gleiche Prozedur findet jetzt hier im Hause statt, wenn die Menschen am Tisch sitzen und essen. Konsequent hat man uns Fellnasen beigebracht, am Tisch gibt es nichts und es wird auch nicht gebettelt.
So liegen wir während der Mahlzeiten völlig gelangweilt aussehend aber mit der Nasenspitze immer auf Empfang in den Ecken des Esszimmers rum. Schließlich müssen wir mitkriegen, wenn hier mal durch krümeln und kleckern etwas von Tisch fällt. Das können wir uns dann, allerdings erst nach Ende der Menschenfutterzeremonie still und heimlich stibitzen.
 

 
Es gibt hier eine Ausnahme und die heisst Jogurth oder Dessertquark. Sobald jemand am Tisch einen Becher mit diesen Inhalten auch nur in die Hand nimmt, ist Eile geboten. Wer dann als erster mit seinem treudoofen Blick neben Herrchen oder Frauchen sitzt, darf schon mal den Deckel ablecken. Für die nächsten ist Becher auslecken angesagt. Da wir ja ein etwas größeres Rudel sind, muss ich euch jetzt nicht verraten, dass es mittlerweile extra Joghurtbecher gibt, die dann löffelweise auf den Deckeln verteilt werden, damit alle Wauzis gleichberechtigt etwas abbekommen.
 

 
Ach ja…ihr Menschen seit schon echt süß. Wir hätten ohne euch echt nur halb soviel Spaß.
Aber zurück zu den Gerüchen. All das ist natürlich neben der ganzen Konditionierung die hier still und leise für wen auch immer abläuft, eine Sache unserer gigantischen Nasen.
Ja…auch wenn die total unscheinbar in unseren Gesichtern wirken. Unsere Nasen sind Hochleistungsorgane. Wir besitzen eine 1000-fach höhere Differenzierungsfähigkeit von verschiedenen Gerüchen als ihr Menschen. Phänominal…oder???
 

 
Mal vereinfacht gesehen bedeutet das in der Praxis, dass bei euch Menschen das Herrchen nach Hause kommt und es riecht nach Essen. Wir kommen ins Haus und es riecht nach Gänsebraten, Klößen und Rotkohl. Es wird der Tisch gedeckt und Rotkohl und Klöße stehen schon auf dem Tisch. Wo sind wir? Natürlich neben dem Herd, denn da wartet noch die Gans auf ihr Anrichten auf eine Platte.
Dies alles unterscheiden wir als erstes mit unserer Nase. Während ihr Menschen das leckere Essen als Gesamtheit wahrnehmt riechen wir jede Zutat einzeln. Das ist zum einen durch unser schnelles und kurzes ein und ausatmen möglich und zum anderen auch dadurch, dass wir unsere beiden Nasenlöcher unabhängig voneinander benutzen können. Deshalb wackelt unsere Nase manchmal so niedlich. Wir sind in verschiedenen Richtungen auf Geruchsempfang. Das verdoppelt also die Aufnahme der Geruchsmoleküle für uns noch mal.
 

 
Zugegeben. Es gibt auch unter den Menschen echte „Nasentypen“ . Viele Köche riechen neben dem Schmecken z.B. eine Vielzahl von Zutaten von Gerichten. Sommoliere riechen die Inhaltsstoffe der Weine. Dufthersteller haben ein super Näschen für ansprechende Parfüms.
Aber wir sind eben besser. 1000-fach besser.


Wir übertrumpfen mit unserem Geruchsinnen immer noch die modernste Technik. Deshalb haben einige unserer Vierbeiner tatsächlich auch super verantwortungsvolle Jobs als Spürhunde. Sie sind z.B. als Helfer der Polizei und des Zolls einfach unentbehrlich. Viele Hunde auch aus unserer Zucht arbeiten als Rettungshunde mit beeindruckenden Leistungen oder zeigen direkte Hilfestellungen als Signalhunde bei teilweise lebensbedrohlichen Krankheitssymptomen von Menschen.
Nicht jeder Hund ist hier für jede Arbeit einsetzbar. Das hängt natürlich sehr viel auch von der Schnauzenform des jeweiligen Hundes ab.
 

 
Wir Retriever haben da echt gute Voraussetzungen für Nasenarbeit. Bei solch einem Mops mit seiner kurzen Schnauze, mag er auch noch so niedlich sein, hat z.B. von unseren bis 300 Millionen möglichen Riechzellen nur noch ein Bruchteil Platz.
Aber das ist ein anderes Thema.
Ich wollte euch nur noch mal näher bringen, warum wir Hunde ständig sehr beharrlich an allem und jedem herumschnüffeln.
Wir können nicht anders. Wir haben manchmal eben einfach die Nase noch „nicht“ voll.
 

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen Tag mit vielen wundervollen Gerüchen.
Bis morgen dann, Eure Rapunzel

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