Einfach mal die Perspektive wechseln…

Direkt kurz vor Weihnachten kehrte der Astronaut Alexander Gerst mit seinem russischen und amerikanischen Kollegen nach einen halben Jahr arbeiten und leben auf der Internationalen Raumstation zurück auf die Erde. Neben bedeutsamen Ergebnissen seiner dortigen Tätigkeiten hat er eine Rede an seine noch nicht geborenen Enkelkinder im Gepäck. Er beschreibt in dieser Rede den Blick auf unseren Planeten und das bereits sichtbare Schindluder, was wir mit unserer Erde so treiben.
 


 

Eine Rede, die an sich schon unter die Haut geht, die jedoch euch Menschen mal dazu veranlassen sollte, bestimmte Dinge einfach mal aus einer anderen Ebene zu betrachten. Man sieht plötzlich Dinge, die, wenn man dirket neben ihnen steht nicht greifbar oder überhaupt nicht lösbar erscheinen. Aus einer völlig anderen Perspektive sieht unsere Welt sprichwörtlich anders aus. Zugegeben, die wenigsten unter uns Lebewesen der Erde haben derzeit die Möglichkeit ins All zu fliegen…noch. Auch dass wird sich bei der heutigen rasanten Entwicklung der Wissenschaft sicherlich bald ändern.
 


 

An dieser Stelle möchte ich dann natürlich auch nicht ganz unerwähnt lassen, dass das erste Lebewesen im Weltraum schließlich ein Hund war. Diese russische Hündin Laika kam zwar nie zurück auf unseren Planeten, hat aber dennoch zu wesentliche Erkenntnisse für die später erfolgten bemannten Raumfahrten beigetragen.

Aber zurück auf unsere Erde und zurück zu dem gemeinsamen Leben von Menschen mit Hunden.
Genau solch ein Wechsel der Perspektive bietet sich auch in viele Situationen unseres Zusammenlebens an.
Es wird in unseren Beziehungen so oft von Problemen geredet. Probleme der verschiedensten Arten.

Probleme mit dem Leine ziehen des Hundes
Probleme mit dem bellen des Hundes
Probleme mit dem allein sein des Hundes
und…und …und.

Diese Liste findet hier sicherlich ausreichend Ergänzungen.
Lasst uns bezüglich solcher Probleme doch einfach auch mal die Ebene wechseln. Nein, wir fliegen jetzt nicht in das All und wir klettern auch nicht katzenmäßig auf den Baum.
Es ist jedoch ziemlich offensichtlich, dass viele Probleme oft nur in eine Richtung gehen.
Bei der sich ständig verstärkenden Verschmutzung der Erde denkt z.B. jeder meist nur über den anderen nach, wenig über sich selbst, geschweige denn noch an konkrete Veränderungen dazu.
In unseren Mensch-Hund-Beziehungen gehen jegliche Probleme ebenfalls immer irgendwie in eine Richtung, in Richtung Hund…oder?

Ganz normal kann ich euch nur sagen. Wir haben mit euch kein Problem. Wir Hunde nehmen euch Menschen einfach so wie ihr seid…Punkt. Dabei ist uns sogar ziemlich egal, wie ihr drauf seid. Wir akzeptieren auch eure schlechte Laune und ziehen trotzdem nicht aus.
Versucht doch einfach mal, dies genau von uns abzuschauen. Betrachtet z.B. doch mal das Problem mit der Leine ziehen von einer ganz anderen Ebene. Ohne darüber nachzudenken, was ihr jetzt alles trainieren könnt und müsst, um uns dieses Leine ziehen abzugewöhnen stellt ihr euch mit euren Gedanken doch ganz einfach mal auf eine andere Stufe.
 


 

Ein ganzer Tag hat 24 Stunden. Davon geht ihr sagen wir mal täglich 2 Stunden mit uns spazieren. Von diesen 2 Stunden ziehen wir genau 10 Minuten an der Leine, bis wir an unserem Lieblingstobeplatz sind. Dort schnallt ihr uns ab und wir rasen vielleicht sogar mit ein paar Hunde – Kumpels durch die Landschaft. Auf dem Rückweg müssen auch wir schon ein bisschen durchatmen und gehen brav an eurer Seite.
So Leute und nun holt mal die Taschenrechner raus. Ich habe da für euch natürlich schon mal was vorbereitet. Von 1440 Minuten am Tag, zieht ein Hund in unserem Beispiel 10 Minuten. Das sind sage und schreibe nicht mal 0,7 % des Tages.

Ja tatsächlich, unter 1% negatives Handeln von uns Hunden führt in euren Köpfen zu einer Einstufung als Problemhund. Hammer oder…?
Ihr seht die Perspektive, aus der eine Sache betrachtet wird ist schon entscheidend. Fahrt ihr jetzt genau mit diesem Gedanken fort, kommt ihr schnell zu der Erkenntnis, dass wir zu 99 % die tollsten, besten, artigsten und bravsten Hunde der Welt sind.
 


 

Bei einem Gespräch mit Hundebesitzern in unserer Hundeschule tauchte die Problematik auf, dass zwei zusammenlebende Hunde mal fix die Gardinen runtergerissen haben, während die Besitzer das Haus verlassen hatten.
Ja, zugegeben, das ist nun ein andere Hausnummer, als das Beispiel mit dem Leine ziehen. Aber auch hier sollte man es mal mit einem Wechsel der Perspektive versuchen. Ich will an dieser Stelle nun nicht klugschnacken und damit sagen, dass vielleicht sowieso mal ein Gardinenwechsel angesagt war. Nein…dazu bin ich viel zu wohl erzogen. (Hihi). Vielleicht schafft der Raum ohne Gardinen jedoch tatsächlich eine viel bessere Aussicht.
Ja, hier sollte man natürlich auch über gewisse Veränderungen nachdenken. Es besteht die Möglichkeit, den Focus aus den Abschiedszeremonien beim Verlassen des Hauses zu nehmen oder eine räumliche Begrenzung während der Abwesenheit der Besitzer zu schaffen.

Veränderungen bedürfen jedoch ebenfalls eines Wechsels der Perspektive. Albert Einstein formulierte es so:

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Eine völlig anderer Betrachtung ist z.B. auch:
Die Hunde haben es trotz Fressen der Gardinenfetzen überlebt. Also ist doch Freude angesagt, oder???

Ich empfehle schlicht und einfach, schmeißt eure Gedanken zu bestimmten Problemen doch einfach mal in das weihnachtliche Kaminfeuer, legt euch mit uns gemeinsam genau vor diesen Kamin und genießt die unglaublich schönen Momente mit uns.

So lässt es sich aushalten, dieses Wochenende vor Weihnachten.
So kommen wir ruhig und entspannt in den 4. Advent.
So haben wir alle Voraussetzungen für ein wunderschönes Weihnachtsfest.
 


 

Und glaubt es oder glaubt es nicht…mit genau solchen entspannten Gedanken lösen sich manche Probleme sogar von ganz allein.
Ich bin dann mal am Kamin…

Bis morgen dann.
Eure Rapunzel

« zurück zum Adventskalender