Hundemüde sein…

Kennt ihr sowas auch. Meistens gebraucht ihr Menschen diesen Spruch gerade am Montagmorgen nach einem anstrengenden Wochenende. Scheinbar müsst ihr dann erstmal wieder euren Alltagsrhythmus finden.
Ansonsten definiert dieser Spruch scheinbar auch seine Herkunft. Wir Hunde haben ein sehr starkes Schlaf- und Ruhebedürfnis. Da können tatsächlich die müdesten Menschen von Euch nicht wirklich mithalten.

Hier genau sind wir dann schon bei der wahrscheinlich am meisten gestellten Frage aller Welpenkäufer unseres Hofes. Aber auch bereits Besitzer von uns Fellnasen stolpern z.B. in der Hundeschule oft bei der Frage: „Warum ist mein Hund so“ über die kurz und knappe Aussage meines Frauchens: „Weil er überfordert und hundemüde“ ist.

Es ist immer wieder das Hauptthema beim Hund. Ihr Menschen wollt das Beste für uns. Ihr verwöhnt uns nach Strich und Faden und zum Schluss erkennt keiner von euch, dass das einzige, was uns meistens fehlt Ruhe und Schlaf ist. Da haben eure Hunde neben eurem meist schon bis zum Rand gefüllten Terminkalender auch gleich ihren eigenen Timer liegen.

• 6 Uhr Gassirunde
• 7 Uhr Frühstück
• 8 Uhr ins Büro
• 9 Uhr erster Aussentermin
• 9:15 von allen Anwesenden mal gestreichelt werden
• 10 Uhr Gehorsamkeitstraining beim Hundetrainer
• 12 Uhr nächste Gassirunde
• 13 Uhr Mittag
• 13:15 endlich mal 5 Minuten ruhen
• 14 Uhr Ankunft im Büro mit ständiger Ansprache und Streicheleinheit…

Ach bist du ne Süße.

Wer jetzt Frauchen? Ach nee…ich Hund schon wieder.

Soweit eine natürlich mal überspitzte Situation in der ein Hund aber irgendwie nie zur Ruhe kommt. Tatsächlich haben wir Hunde nämlich ca. 4 Stunden den Bedarf an Fressen, Spielen, Toben, Rennen usw.
Den Rest des Tages verpennen wir lieber, wie ihr Menschen zu sagen pflegt.

Wir sind also nicht krank, wenn wir permanent rumliegen und dösen. Wir werden maximal krank bzw. verhaltensgestört, wenn wir nicht genug Schlaf bekommen. Auch beim Schlaf selbst gibt es einen wesentlichen Unterschied zu euch Menschen. Ihr Menschen verfallt nach einem stressigen Tag in den Tiefschlaf. Wir Hunde schlafen nach großer Anstrengung auch mal richtig ein aber meistens nur sehr kurze Phasen. Danach dösen wir vor uns hin und in dem Moment, wenn etwas Spannendes passiert, sind wir in einer Sekunde zur Stelle.

Genau hier entsteht auch der große Irrtum, dass wir noch nicht ausgepowert sind und ihr euch nach der Hundeschule schließlich noch mal mit uns auf die Socken macht um z.B. eine Stunde Bälle durch den Park zu werfen und uns damit dann endlich mal müde zu bekommen.

Dann kommen wir damit mal zu meinen Zwergen. Hier sind die Kleinen dann doch auch euren Kindern ähnlich und überschätzen sich oft. Sie nehmen sich allein keine Ruhezeit. Wie oft konntet ihr schon erleben, wie kleine Kinder mit ganz kleinen roten Augen vor euch stehen und verkünden: „Ich bin noch gar nicht müde“. Ich musste meine Rasselbande hier ebenfalls oft genug zur Ruhe zwingen und genau hier seit ihr neuen Welpenbesitzer nun gefragt. Ihr müsst für ausreichende Ruhephasen auch bei den Hundekindern sorgen.

Dabei gilt es zu allererst die Voraussetzungen für einen geeigneten Ruheplatz zu schaffen. Gerade gestern gab es bei einem Kundengespräch meines Frauchens wieder genau dieses Thema. Ein Hund wird in dem Körbchen im Wohnzimmer nicht zur Ruhe kommen, wenn ich hier gerade mit den Kindern spiele oder der Fernseher laut läuft. Der Einwand, dass er doch aber in unserer Nähe sein soll fördert hier zum Beispiel nicht das zur Ruhe kommen. Diese Reize verlangen eher ständig eine Beobachtung der Situation bei uns Hunden. Deshalb sollte das Hundebett tatsächlich in einer eher ruhigen Ecke stehen.

Der nächste Fehler ist das Drapieren von Spielzeug in und um das Hundelager. Hiermit wird nicht unbedingt der Anreiz zum Schafen gefördert. Wenn wir Hunde dann auch noch allein mit diesen Utensilien sind, während ihr z.B. das Haus verlasst, zerkauen wir genau diese Sachen eher, als das wir schlafen und Hand aufs Herz, wer kann schon allein spielen? Hier sind Kauknochen eine bessere und vor allem gesündere Alternative, wenn man uns das allein sein doch so rein menschlich gesehen etwas versüßen möchte.

Ich rate euch einfach insgesamt auch zu festen Schlafzeiten. Wir Hunde sind Gewohnheitstiere. Wenn Frauchen z.B. abends ihr Flatterhemd anzieht, liege ich schon an der Schlafzimmerschwelle. Es ist Schlafenszeit angesagt. Wenn sie morgens auf den Hof marschiert, um die Pensionsgäste zu versorgen, gibt es meine nächste Schlafrunde, denn dann bin ich im wahrsten Sinne des Wortes abgeschrieben.

Probiert es einfach mal auch mit euren Hunden aus. Bietet ihnen mal mehr Ruhe an und fordert genau diese integriert in euren Tagesablauf auch ein. Haltet die überflüssigen Reize von uns fern. Ihr werdet staunen, wie entspannt ihr zusammen am Ende seid.

In diesem Sinne einen richtig entspannten Montag und passt schön auf, das keiner so richtig hundemüde an der falschen Stelle landet.

Bis morgen dann,
eure Rapunzel

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