Ich packe meine Koffer und nehme mit…

Wieder mal eine Erinnerung meines Frauchens, diesmal aus der Zeit mit ihrem Nachwuchs…oh sorry…Kindern.
Auch wenn es hier wohl um ein Gesellschaftsspiel ging, meine kleinen Racker haben genau dieses Kofferpacken ja nun in den letzten Tagen gemacht.
Ehrlich gesagt, musste natürlich ich und Frauchen diese Koffer packen, denn ein bisschen klein ist man mit 10-12 Wochen auch als Hund dann schon doch noch.
 


 

Hunde brauchen nichts beim Ausziehen, denkt ihr jetzt.
Mmhhh…Wenn ich das hier so beobachte, ist da was dran. Die neuen Familien haben teilweise auch in unserem Shop schon ziemlich alles gekauft, was man für ein Hundeleben so braucht…oder für zwei…oder für drei…
Und dann gibt es sage und schreibe ja mittlerweile fast überall auch Heimtierläden. Manche sind inzwischen so groß wie Möbelhäuser. Also sagt mir bitte nicht, ein Hund braucht nichts.

Moment mal bitte, damit wir uns hier nicht falsch verstehen…
Die Koffer, die ich für meine Zwerge hier packe sind nicht mit materiellen Dingen gefüllt. Nicht mit Bettchen, Halsband, Leine, Futternapf, Fresschen, Fellbürste und genau „zwei“ kleinen Spielzeugen. Das wäre die Grundausstattung und die wird mittlerweile von den meisten Hundebesitzern bei weitem übertroffen. Man könnte manchmal annehmen, hier gibt es eine Art Wettbewerb. Wer weiß, vielleicht führen diese Heimtierläden ja ähnlich so manchem Onlineanbieter ebenfalls eine heimliche Aufzeichnung, was wer wo für sein Tier kauft. Wenn das alles mit einem tatsächlichen Gewinn eines neuen Kleinwagens zum sicheren Transport eines Hundes verbunden wäre, dann wäre das ja völlig okay.
Nun gut, das wäre aber ein anderes Thema.
 


 

Zurück zu meinen Welpen. Wir schnüren hier die Päckchen mit den Grundbedürfnissen des Hundes.
Ja genau, ihr bekommt nirgends einfach nur so einen Hund. Jeder Hund hat so seine Bedürfnisse im Gepäck. Diese müssen jedoch immer wieder gehegt und gepflegt werden, auch von euch Hundebesitzern.
Zugegeben, der eine Koffer ist ein bisschen größer, der andere ein bisschen kleiner. Die Grundbedürfnisse an sich hat jedoch jeder Hund immer dabei und die gilt es zu pflegen.
Wir Hunde sind die einzigen Wesen, die auch eine echte soziale Bindung und Beziehung mit einer anderen Spezies, sprich euch Menschen eingehen.
Viele Menschen wünschen sich genau solch eine Bindung und Beziehung zu einem Hund. Wie in jeder menschlichen Beziehung sollte man dabei aber immer die Bedürfnisse des Partners kennen und berücksichtigen.
Und nun kommt da wieder die Herausforderung für euch Menschen. Wir sind und bleiben Hunde, trotz jeder noch so guten Beziehung.

Ein Grundbedürfnis von uns Hunden hatten wir schon im 3.Türchen.

Jeder Hund braucht ausreichend Ruhe & Schlaf.

Gehen wir also mal weiter im puncto Beziehung.
Zu einer guten Beziehungen gehört ein weiteres Grundbedürfniss von uns Hunden…

angemessene Zuneigung

Angemessen??? Bei Zuneigung??? Was bitte ist angemessene Zuneigung???

Ja Leute, ich weiß. Es ist nicht einfach bei uns Felltieren eine Angemessenheit an Zuneigung zu finden. Euch erscheinen wir immer total niedlich und kuschelig und ihr möchtet somit auch ständig mit uns rumknuddeln. Am Anfang sind wir diesen überfallartigen Annäherungen ja auch meistens völlig hilflos ausgeliefert und lassen sie somit einfach geschehen. Wenn wir dann aber unseren Platz in dem neuen Heim so einigermaßen gefunden haben, flüchten wir gerne aus genau diesen Streichelattacken und ihr seid unglücklich.

Ihr merkt es schon, auch streicheln will gelernt sein und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Jedes Lebewesen hat so seine Individualdistanz. Diese sollte man auch einhalten, immer, schon des lieben Friedens willens.
Kommt man z.B. einem fremden nicht so nettem Hund mal zu nah, kann ein Streicheln schon auch schnell mal blutig enden.

Es gibt aber auch keinen wirklichen Grund, einem kleinen süßen Welpen kreischend vor Entzücken entgegenzulaufen und ihn dann noch völlig unbeherrscht und aufgeregt durchzuknuddeln. Wir Hunde mögen es tatsächlich sanft, ruhig hinter dem Ohr, langsam beruhigend über den ganzen Körper und liebkosend unter der Schnauze.
Oben über dem Kopf haben wir auf Grund unserer mehr seitlichen Augenanordnung zum einen tatsächlich einen toten Punkt, können also gar nicht richtig sehen, was uns da berührt.
Zum anderen fühlen wir uns von oben oft bedrängt und sogar teilweise bedroht.
Versucht uns bei eurem Bedürfnis uns zu streicheln also möglichst entspannt zu begegnen. Gutes Hilfsmittel sind dabei ruhige Atemübungen. Ganz bewusstes Ausatmen lässt einen runterkommen und solche Streicheleinheiten von beiden Seiten viel mehr genießen.

Und noch ein kleiner Kuscheltipp. Setzt euch einfach mal ganz entspannt irgendwo hin und wartet mal, dass euer Hund zu euch kommt und dann streichelt und kuschelt mit ihm. Genau das nennt man dann angemessene Zuneigung.
 

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Apropos…
Ich muss mal schauen, wo ich mein Frauchen gerade finde und mir auch mal wieder ein paar Streicheleinheiten abholen.

Bis morgen dann,
eure Rapunzel

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