Von den Phasen des Weibes…

Moment mal, meine lieben Herren der Schöpfung. Wer sich jetzt einen Einblick in die für die meiste Männerwelt einfach immer noch völlig unerklärbare Art und Weise, wie Frauen ticken erwartet, den muss ich leider enttäuschen.

Mir geht es hier schon um Aufklärung, allerdings eher in die Richtung der Frage, schafft man sich als künftiger Hundebesitzer nun eine Hündin oder doch besser einen Rüden an.
Vorweg dazu gleich meine Meinung, Es ist eine Entscheidung, die euch am Ende keiner abnehmen kann und ihr tatsächlich auch allein treffen müsst. Das Thema mit der Erziehung diesbezüglich hatten wir schon mal. Wer dazu Wert auf meine persönlichen Ansichten legt, wird beim Stöbern in den Kalendern der vergangenen Jahre unter der Rubrik Archiv sicher fündig.

Ich finde sowieso, man sollte bei der Wahl des Geschlechtes des künftigen Familienmitgliedes auf vier Pfoten viel das Herz mitentscheiden lassen. Für den Rest empfinde ich es als wichtig, sich einfach ein gewisses Grundwissen über die Brunst bzw. Läufigkeit einer Hündin anzueignen. Die ganze Sache läuft bei uns Hunden tatsächlich schon ein bisschen anders ab, als bei euch Menschen.

Ich kann und will euch hier jetzt natürlich keinen kynologischen Vortrag halten. Schließlich bin ich hier nur ein Hund. Vielleicht aber kann ich ein bisschen Licht in das meist dunkle Geheimnis bei uns Hündinnen bringen. Wir haben bei unserer Läufigkeit oder auch Hitze genannt nämlich tatsächlich Phasen. Etwas unwissenschaftlich aber zum besseren Verständnis auch Vorbrunst, Brunst und Nachbrunst genannt, sind das Proöstrus, Östrus und Metöstrus.

Doch beginnen wir bei der Geschlechtsreife einer Hündin. Diese ist bei uns domestizierten Hunden ziemlich variabel. Zwischen dem Alter von sechs Monaten bis zu manchmal auch 2 Jahren ist hier tatsächlich ohne oftmals schon vermutete Krankheitszeichen alles möglich. Unsere Hitze hat auch keine Jahreszeitabhängigkeit, wie oft aus der sonstigen Tierwelt abgeleitet wird und es gibt bei uns Hündinnen keine Menopause, nur die Läufigkeitsintervalle verlängern sich im Alter. Während ich bei einer jungen geschlechtsreifen Hündin durchaus mit 2 Läufigkeiten pro Jahr rechnen kann, gibt es auch Hündinnen, die nur alle 8-10 Monate läufig werden.

Aber das ist nicht das einzige, was ich bei der Wahl für eine Hündin wissen sollte. Wichtig ist z.B. auch der Ablauf solch einer Läufigkeit. Wir setzen bei der Vorbrunst (Proöstrus) blutigen Schleimausfluss ab. Genau das ist meistens das Problem für unsere Besitzer. Wir sollten in dieser Phase nicht unmittelbar auf dem besten Perserteppich oder der neuen Stoffcouch unsere Liegestätten haben.
Mit diesem Ausfluss sondern wir auch entsprechende Gerüche ab, die die Rüden in unserer Nähe im wahrsten Sinne des Wortes um den Verstand bringen. Somit ist bei der Entscheidung für die Anschaffung von Rüde oder Hündin auch ein bisschen darauf zu achten, was konkret lebt denn in meinem Umfeld. Das unmittelbare Halten von Rüden und Hündinnen zusammen kann schon auch anstrengend für alle Beteiligten sein. Fragt hierzu mal mein Frauchen.

Besonders wichtig ist jedoch zu wissen, dass in der nun folgenden Brunstphase (Östrus) der Scheidenausfluss durch die Abnahme des Gehaltes der roten Blutköperchen darin weniger bis kaum mehr blutig ist. Dies führt sehr oft dazu, dass die Besitzer jetzt denken, zum Glück ist alles vorbei. Wir können wieder unsere normalen Gassirunden gehen und auch wieder mit Rüden spielen, was während der Vorbrunst meistens sehr vorsorglich vermieden wird.

Denkste Puppe kann ich dazu nur sagen. Genau diese Phase wird auch als Stehzeit bezeichnet, weil wir Hündinnen dann tatsächlich auch deckbereit sind und unser Hinterteil je nach Veranlagung der jeweiligen Hündin durchaus unseren Herren der Schöpfung mit zur Seite gelegtem Schwanz förmlich anbieten. Die Bläschen um unsere Eizellen sind inzwischen geplatzt und jedes so frei gewordene Ei wandert nun durch den Eileiter bis zur Gebärmutter. Je nach Eiervorrat sind hier natürlich mehrere Eier gleichzeitig unterwegs und befinden sich während dieses Vorganges in der Befruchtungsphase. Somit ist genau jetzt der perfekte Zeitpunkt für einen sicherlich nicht schwer zu findenden paarungsbereiten Rüden, wenn man sich Nachwuchs wünscht.

Mit anderen Worten, alles vorbei ist zumindest von hündischer Seite erst in der Nachbrunst Metöstrus) Hier riechen wir zwar für die Rüden immer noch total lecker aber lassen uns meistens nun nicht mehr decken. Die gesamten Phasen dauern im Durchschnitt ca. 3 Wochen. Abweichungen sind immer möglich und ich distanziere mich hiermit auch von der Verantwortung für allen Folgen, die gewisse Abweichungen hier vielleicht zu Tage bringen sollten. Es handelt sich trotz allem Instinktzerfall durch die jahrelange Domestizierung der Hunde immer noch auch um Natur.

An dieser Stelle möchte ich übrigens unbedingt den berühmten Menschensatz noch loswerden.
Mutter werden ist gar nicht so schwer, Mutter sein dagegen sehr.

In diesem Sinne passt alle schön auf eure Hündinnen auf.

Bis morgen dann
eure Rapunzel

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