Die besondere Leine…

Ihr Menschen seid, aus welchem Grund auch immer, auf der Suche nach eine Hund. Ein passender Hund soll es sein. Was aber ist ein passender Hund. Mein Frauchen bekommt als Hundezüchter da echt die skurrilsten Anfragen.
Wir möchten einen ruhigen Hund. Wir brauchen einen Hund, der auch mal alleine bleiben kann. Wir wollen einen Hund, der zu unseren Kindern passt.
Klingt ein bisschen wie der Kauf eines Autos mit dem entsprechenden Zubehör, findet ihr nicht auch.
Dennoch gibt es den so passenden Hund leider oder auch zum Glück nirgends.
 


 

Sehr lobenswert ist dabei natürlich, wenn ihr Menschen euch bezüglich der passenden Rasse und deren Herkunft dabei schon vor dem Kauf Gedanken macht und euch dazu auch den Rat von Profis einholt.
Sehr oft trifft die Wahl dabei auf einen Retriever. Ja ich verstehe das. Schließlich sind wir die schönsten, intelligentesten, lustigsten, repräsentativsten usw. Hunde vor dem Herren. Unser hervorragenden Eigenschaften hier alle aufzuführen, würde leider diesen Rahmen sprengen und wir würden dabei Weihnachten verpassen.
 


 

Die Wahl wird getroffen, ein Retriever zieht ins Haus.

• Er ist sehr anpassungsfähig, sagt man.
• Er ist sehr menschenfreundlich, sagt man
• Er ist ein guter Familienhund, sagt man
• Er ist sehr pflegeleicht, sagt man
• Er ist sehr robust, sagt man
• Er auch kaum krankheitsanfällig, wnn man seine Gelenke schont, sagt man

Wer um Himmels Willen ist eigentlich dieser „sagt man“.
Aber dieser „Unbekannte“ zieht trotz seiner offensichtlichen Unsichtbarkeit sogar bei euch ein.
Es geht nämlich weiter. Der Einzug eines Welpen wird gut vorbereitet.
Ihr macht euch Gedanken über den Schlafplatz des Hundes.

• Man braucht einen Kennel, sagt man

Ihr fragt euch, wie ihr euren Welpen künftig pflegt

• Man braucht genau diese Bürste dazu, sagt man.

Diese Liste könnte ich nun unendlich fortführen. Mein Frauchen bekommt bei den Besuchen der Welpenkäufer 1000 solcher Fragen, die sie auch immer gerne beantwortet, wobei sie bei so Manchem schon auch mal ganz andere Ansichten hat als dieser „sagt man“ und dabei oft großes Erstaunen in die Gesichter der neuen Hundebesitzer zaubert.

Ganz ehrlich Leute, eure Vorbereitungen in allen Ehren. Schickt doch diesen „Sagt man“ aber mal bitte in die Wüste. Fragt „einen Fachmann“ oder vielleicht sogar euren Züchter, was konkret der Hund braucht.
Ich kann mich immer wieder nur wiederholen. Es ist nicht viel, was wir beanspruchen um in euer Heim zu ziehen.

• Einen Schlafplatz
• Zwei Näpfe (1x für Futter/ 1 x für Wasser)
• Eine Bürste oder Kamm zur Fellpflege
• Eine Halsung (Halsband oder/und Geschirr mit Leine)
• Futter (ganz viel)

Nicht mehr und nicht weniger ist wirklich nötig. Viel wichtiger ist es sich auch vor dem Einzug seines Hundes über die Grundbedürfnisse eines solchen im Klaren zu sein.
Ich habe gestern schon etwas über Bindung und Beziehung zwischen uns Hunden und euch Menschen geschrieben. Ich darf euch nur verraten, es ist hier ähnlich wie in eurem Menschenleben. Wenn wir eine gute und glückliche Beziehung haben, brauchen wir nur noch ganz wenig, um glücklich zu sein.

Auch hier gebt ihr euch alle Mühe der Welt. Das Glück eures Hundes liegt euch schließlich am Herzen. Genau…richtig am Herzen.
Da fängt es an. Wir ziehen in eure Wohnung und wir werden beobachtet. Auf Schritt und tritt folgen uns eure Blicke.

• Oh nein, bitte nicht auf diesen Teppich
• Schau, hier habe ich ein Leckerchen für dich
• Du sollst doch nicht in die Küche
• Was hast du dort hinter dem Sofa gefunden
• Komm mal hier zu mir.

Puh Leute, dass ist nicht nur für euch anstrengend, glaubt mir.
Diese ständige Beobachtung strengt auch uns Hunde an. Wir Fellnasen sind nun bestrebt, durch eure ständige Ansprache alles richtig zu machen. Wir sind also unaufhörlich auf der Lauer, was sollen wir als Nächstes tun.
Und nun kommts.
Plötzlich und ganz unerwartet verlasst ihr den Raum oder sogar das Haus und wir bleiben zurück. Unsere gegenseitige Kontrolle gerät völlig aus den Fugen. Wir Hunde rennen nun verwirrt durch die Gegend. Wir haben keine Ansprache mehr, wissen also gar nicht, was wir machen sollen.
Dabei fällt uns dann oft etwas ein, was euch dann komischer Weise gar nicht gefällt.

• Wir nagen Tischbeine an
• Wir verpassen Gardinen neue Muster
• Wir bereiten die nächste Renovierung schon vor, indem wir die Tapeten schon mal von der Wand lösen
• Wir verpassen Teppichen ein paar Fransen, obwohl dieser Trend lange überholt ist.

Und …und …und

Dann kommt ihr irgendwann wieder und eine große Aufmerksamkeit auf unsere erbrachten Leistungen zieht durch den Raum. Übersetz in Hündisch…gut gemacht. Die Spirale dreht sich.
Der erste Termin mit dem Problemdoktor für den Hund, sprich Hundetrainer wird gemacht. Bitte was können wir mit unserem Hund trainieren, dass er auch ohne Stress allein bleibt?
 


 

Ganz einfach…Stress abbauen.
Durchatmen, loslassen, vertrauen. Beobachtet euren Hund nur aus dem Augenwinkel um wahre Gefahren im Griff zu haben. Rennt ihm nicht ständig hinterher und verweist ihn einfach stattdessen öfter mal auf seinen Ruheplatz. Wie das geht habe ich euch schon hinter einen Türchen der letzten Tage erklärt. Der rote Faden heißt tatsächlich immer wieder Ruhe finden.

Ihr braucht also dringend noch eine ganz besondere Leine für euren Hund.
Eine Leine in ganz besonderem Design. Eine Leine die keiner sieht ausser du und dein Hund. Die Leine von Herz zu Herz.Die gibt es auch nirgens zu kaufen. Die bastelt ihr euch einfach Stück für Stück selbst.
 


 

Oh, schau da, dass andere Ende meiner Herzleine kommt.
Frauchen als meine fleißige Schreibkraft sagt, sie hat meine Geschichte für heute fertig geschrieben und wir drehen jetzt eine Runde.
Ich muss dann mal los.

Bis morgen,
eure Rapunzel

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